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Webausgabe 1/2025


Fotos: © Jürgen Lösel

“Im Jahr 2024 konnten wir das Thema Künstliche Intelligenz natürlich nicht außer Acht lassen...”

Die Sächsische Landesmedienanstalt und das Sächsische Staatsministerium für Kultus haben am 24. Oktober 2024 im Dresdner Filmtheater Schauburg die Medienpädagogischen Preise 2024 vergeben.

Neben den besten Medienbildungsangeboten und medienpädagogischen Projekten mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wurden zwei Projekte ausgezeichnet, die sich kreativ und kritisch mit den Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz im schulischen und außerschulischen Kontext auseinandersetzen.

Die beiden Preise für die besten Medienbildungsangebote zur kreativen und kritischen Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz gingen an das Magnus-Gottfried-Lichtwer-Gymnasium Wurzen für das Projekt “Ringelnatz K.I. – Kunst K.O.?” sowie an den LÖBAULEBT e.V. für “COAITE – Junges KI-Filmcamp”.

Am Wurzener Magnus-Gottfried-Lichtwer-Gymnasium nutzte eine 6. Klasse die Möglichkeiten von Sprach- und Bild-KI für die Visualisierung ausgesuchter Gedichte von Joachim Ringelnatz und verglich die Ergebnisse anschließend mit ihren selbst gemalten Kunstwerken. Besuchrinnen und Besucher konnten sich beides anschließend in einer Ausstellung im Ringelnatz-Haus in Wurzen ansehen. Das Filmcamp COAITE testete die Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz in der Filmproduktion. Dabei wurde KI einerseits als Werkzeug genutzt, um beim Drehbuchschreiben zu assistieren oder beim Erstellen von Filmsequenzen zu helfen. Aber auch der Inhalt der teilweise dystopisch anmutenden Filme drehte sich um Künstliche Intelligenz und nahm dabei potentielle Gefahren in den Blick.


Magnus-Gottfried-Lichtwer-Gymnasium Wurzen. Projekt: “Ringelnatz K.I. – Kunst K.O.?” Projektleitung: Axel Pohl und Ines Meinhardt. In Kooperation mit: Joachim-Ringelnatz-Verein e.V.

Den Preis für das beste Medienbildungsangebot mit Kindern erhielt die Schule 5 in Leipzig für ihr “VR-Projekt - Unsere letzten vier Jahre”. Bei diesem Projekt programmierten Viertklässler virtuelle Escaperäume, in denen sie die schönsten und witzigsten Erinnerungen an ihre Grundschulzeit festhielten. Die Räume wurden miteinander verknüpft und mit der VR-Brille erlebbar gemacht. Ein weiterer Preis ging an den Leipziger Modell – Lebens- und Bildungsraum e.V. als Träger der Leipziger Modellschule für das kooperative Angebot “Medienboxen für Schulen – Lebensweltnahe Lernmaterialien von Kindern für Kinder”, in dem Schüler zwischen acht und 16 Jahren gemeinsam Bildungsmaterialien in Form von Medienboxen gestalteten. Diese können ab sofort von Lehrerinnen und Lehrern über die Städtischen Bibliotheken in Leipzig für die Unterrichtsgestaltung zu den Themen “Gaming” und “Medienhelden” ausgeliehen werden.

Für das beste Medienbildungsangebot mit Jugendlichen wurde die Gruppe um Kristian Flacke für ihr Gaming-Projekt “neXus Boost” ausgezeichnet, das Spielen und Kochen auf kreative Weise miteinander verbindet. Dabei wurden Rezepte aus Computerspielen nachgekocht und sich beim gemeinsamen Essen über Spielmechanismen und weitere Spielaspekte ausgetauscht. Einen Preis erhielt auch das ZCOM Zuse-Computer-Museum für den dritten Teil ihres dreijährigen Medienprojektes “SMARTICULUM: Informationen – Die Inszenierung der Welt”, bei dem sich Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 7 der Christlichen Schule Johanneum mit der Informationsflut Sozialer Netzwerke in künstlerischer Form auseinandersetzten und dazu eine erlebbare Ausstellung gestalteten.

Für das beste Medienbildungsangebot mit Erwachsenen wurde der Chemnitzer Filmwerkstatt e.V. ausgezeichnet. Im Projekt “Heymkehr” begab sich die Nachwuchsgruppe des Fritz-Theaters in Chemnitz auf die Spuren des jüdischen Schriftstellers Stefan Heym. Der entstandene Dokumentarfilm regt zur Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und gleichzeitig zur Beschäftigung mit aktuellen politischen Herausforderungen unserer Zeit an. Die letzte Auszeichnung des Tages ging an den Alte Brauerei Annaberg e.V. für seinen “Smartphone-Stammtisch” für Senioren.

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