
Fotos: © ARD Kultur/Labo M/Andreas Hornoff
“JAMEL – Lauter Widerstand“ - vereint im Kampf für Demokratie und Toleranz
Im Dokumentarfilm “JAMEL – Lauter Widerstand“ zeigt Regisseur Martin Groß, wie das Ehepaar Lohmeyer im rechtsextrem geprägten Dorf Jamel mit dem Musikfestival “Jamel rockt den Förster“ ein starkes Zeichen für Demokratie und Toleranz setzt. Unterstützt von bekannten Bands wie Die Toten Hosen, Die Ärzte, Die Fantastischen Vier und Kraftklub hat das Festival inzwischen bundesweite Aufmerksamkeit erlangt.
Das 38-Seelen-Dorf Jamel im Norden Mecklenburg-Vorpommerns gilt als rechtsextreme Hochburg. In den vergangenen Jahrzehnten zogen zu-nehmend Menschen aus der rechtsradikalen Szene in das Dorf. Sie beanspruchen mit rechten Parolen und Symbolen die Deutungshoheit und prägen den Alltag der kleinen Gemeinde. Inmitten dieser Umgebung lebt das Künstler-Ehepaar Birgit und Horst Lohmeyer. Auf der Suche nach ländlicher Idylle zogen sie 2004 in den ehemaligen Forst-hof in Jamel – und unterschätzten die Situation vor Ort.

Mit ihrem Engagement beweisen Horst und Birgit Lohmeyer viel Mut, wie auch der Rapper Smudo anerkennend sagt.
Der Dokumentarfilm “JAMEL – Lauter Widerstand“ erzählt die Geschichte der Lohmeyers, die schnell erkannten: “Wenn du hier bestehen willst, musst du an die Öffentlichkeit.“ Deshalb gründeten sie 2007 das Musikfestival “Jamel rockt den Förster“ als Zeichen für Demokratie und Toleranz. Nach einem Brandanschlag auf ihre Scheune im Jahr 2015 erfährt das Festival großen Zuspruch und Unterstützung durch die deutsche Musikszene. Die Toten Hosen reagierten mit einer spontanen Solidaritätsbekundung und einer klaren Botschaft: “Es ist auch dein Land, und du bist schuldig, wenn du deine Augen davor schließt!“. Mit ihrem Auftritt legten sie den Grundstein für ein wachsendes Netzwerk an Musikern, die in den Folgejahren auf der Festivalbühne ein starkes Zeichen gegen Rechtsextremismus setzten. Zu den zahlreichen Künstlern die in Jamel aufgetreten sind, gehörten Herbert Grönemeyer, Antilopen Gang, Casper, Juli, Alli Neumann, Marteria, Samy Deluxe, Sportfreunde Stiller und viele mehr. Die 17. Auflage des Festivals war innerhalb weniger Stunden ausverkauft.
Der preisgekrönte Regisseur und Autor Martin Groß, der für seine Musikdokumentation “Auswärtsspiel – Die Toten Hosen in Ost-Berlin“ 2022 unter anderem mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde, hat die Lohmeyers und ihr Festival “Jamel rockt den Förster“ seit 2015 mit der Kamera begleitet. Groß gelingt es, die Geschichte des Festivals und die Herausforderungen des Ehepaars in eindrucksvollen Bildern festzuhalten. In seinem Film kommen neben den Lohmeyers und der Festivalleitung auch zahlreiche Musikerinnen und Musiker zu Wort, darunter Olli Schulz, Die Fantastischen Vier und Heaven Shall Burn. Archivaufnah-men von Künstlern wie Die Toten Hosen, Die Ärzte, Herbert Grönemeyer, Fettes Brot und Deichkind lassen die Geschichte und Entwicklung des Festivals lebendig werden.
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